Wenkersätze

Wenkersätze 1 bis 5

  1. Im Winter fliegen die trocknen Blätter durch die [süddeutsche Erhebung:
    in der] Luft herum.
    Im Winter fleegen de drügen Blädere dürr de Luft herümme.
  2. Es hört gleich auf zu schneien, dann wird das Wetter wieder besser.
    Et hört gliek uppe to schnijen, dann wird dat Wedder widder better.
  3. Tu Kohlen in den Ofen, daß die Milch bald an zu kochen fängt.
    Do Kollen in denn Oben, dat de Milk balle an to kocken fänget.
  4. Der gute alte Mann ist mit dem Pferde durch´s Eis gebrochen und in das
    kalte Wasser gefallen.
    De gudde alle Mann iss mit dem Guhle dürt Iis gebrocken un in dat kalle
    Water gefallen.
  5. Er ist vor vier oder sechs Wochen gestorben.
    Hee is vörr veer odder sess Wicken gestorben.

Wenkersätze 6 bis 10

  1. Das Feuer war zu heiß [süddeutsche Erhebung: stark], die Kuchen sind ja
    unten ganz schwarz gebrannt.
    Da Führ wohr to heet, de Kooken sinn je ungen ganz schwart gebrannt.
  2. Er ißt die Eier immer ohne Salz und Pfeffer.
    Hee ittet de Äjjere jümmer oone Salt un Pipper.
  3. Die Füße tun mir sehr weh, ich glaube, ich habe sie durchgelaufen.
    De Föte dohn mi sehr weh, ick gläube, ick habbe se dürrgelaupen.
  4. Ich bin bei der Frau gewesen und habe es ihr gesagt, und sie sagte, sie
    wollte es auch ihrer Tochter sagen.
    Ick sie bie der Frugge gewesst und habbe et err gesächt, und see sächte,
    see wör et auck errem Mäken sägen.
  5. Ich will es auch nicht mehr wieder tun!
    Ick will et auck ne mei widder dohn!

Wenkersätze 11 bis15

  1. Ich schlage Dich gleich mit dem Kochlöffel um die Ohren, Du Affe!
    Ick schloh dick gliek mid dem Kockelippel ümme de Auern, du Ape!
  2. Wo gehst Du hin? Sollen wir mit Dir gehn?
    Bo geist du hin? Sollen wie mit di gohn?
  3. Es sind schlechte Zeiten.
    Et sinn schlaschte Tieden.
  4. Mein liebes Kind, bleib hier unten stehn, die bösen Gänse beißen Dich
    todt.
    Mien lebes Kind, blief hi ungen stohn, de bäusen Geuse bieten dick daut.
  5. Du hast heute am meisten gelernt und bist artig gewesen, Du darfst früher
    nach Hause gehn als die Andern.
    Du häst dünndach am meisten geläärt und bist artig gewesst, du drovest
    fröher no Heeme gohn als dee Angeren.

Wenkersätze 16 bis 20

  1. Du bist noch nicht groß genug, um eine Flasche Wein auszutrinken, Du
    mußt erst noch ein Ende [süddeutsche Erhebung: etwas] wachsen und
    größer werden.
    Du bist nau ne graut genoch, ümme eene Flaske Wien uttodrinken, du
    most er nau ne Ecke wassen und grötter wären.
  2. Geh, sei so gut und sag Deiner Schwester, sie sollte die Kleider für eure
    Mutter fertig nähen und mit der Bürste rein machen.
    Go, sie so gutt und säch diener Schwester, see söllte de Kleider förr jugge
    Motter reede neijen un mit der Büsste reine maken.
  3. Hättest Du ihn gekannt! dann wäre es anders gekommen, und es thäte
    besser um ihn stehen.
    Häddest du ennen gekannt! Dann wöhr et angers gekommen, un et
    döde better ümme ennen stohn.
  4. Wer hat mir meinen Korb mit Fleisch gestohlen?
    Wee hätt mie mienen Korf mit Flesk gestoolen?
  5. Er tat so, als hätten sie ihn zum dreschen bestellt; sie haben es aber
    selbst getan.
    Hee dat so, als hädden see ennen tum dresken bestallt; see han ett
    ebber sibbest gedohn.

Wenkersätze 21 bis 25

  1. Wem hat er die neue Geschichte erzählt?
    Wemme hätt hee dee nije Geschichte vertallt?
  2. Man muß laut schreien, sonst versteht er uns nicht.
    Mee mo laut kaken, süss versteit hee uss ne.
  3. Wir sind müde und haben Durst.
    Wie sinn mööde un hann Dosst.
  4. Als wir gestern Abend zurück kamen, da lagen die Andern schon zu Bett
    und waren fest am schlafen.
    Als wie gistern Obend torüjje kammen, doo laggen dee Angeren schon to
    Bedde und woren feste am schlopen.
  5. Der Schnee ist diese Nacht bei uns liegen geblieben, aber heute Morgen
    ist er geschmolzen.
    De Schnee is düsse Nacht bie uss liggen geblibben, äbber dünn Morgen iss
    hee geschmulten.

Wenkersätze 26 bis 30

  1. Hinter unserm Hause stehen drei schöne Apfelbäumchen mit rothen
    Aepfelchen.
    Hinger ussem Huse stohen dree schööne Appelbäumeken mit rauden
    Äppelken.
  2. Könnt ihr nicht noch ein Augenblickchen auf uns warten, dann gehn wir
    mit euch.
    Konnen jie ne nau eenen Augenblick upp us warten, dann gohn wie mit
    juch.
  3. Ihr dürft nicht solche Kindereien treiben!
    Jie drobben ne so Kingerrijen drieben.
  4. Unsere Berge sind nicht sehr hoch, die euren sind viel höher.
    Usse Berge sinn ne sehr hauch, de juggen sinn vill häuer.
  5. Wieviel Pfund Wurst und wieviel Brot wollt ihr haben?
    Wievill Pund Wust un wievill Braut willen jie han?

Wenkersätze 31 bis 36

  1. Ich verstehe euch nicht, ihr müßt ein bißchen lauter sprechen.
    Ick verstoh juch ne, jie modden een bittecken lauter schwatzen.
  2. Habt ihr kein Stückchen weiße Seife für mich auf meinem Tische
    gefunden?
    Han jie kinn Stüdjeken witte Seipe för mick upp mienem Diske gefungen?
  3. Sein Bruder will sich zwei schöne neue Häuser in eurem Garten bauen.
    Sein Broder will sick twee schööne nieje Hüsere in juggem Hobbe buggen.
  4. Das Wort kam ihm von Herzen!
    Da Wohrt kamm emme vom Härten.
  5. Das war recht von ihnen!
    Da wohr rascht von ennen!
  6. Was sitzen da für Vögelchen oben auf dem Mäuerchen?
    Wat sitten do förr Függele ooben upp demm Mühreken?

Wenkersätze 37 bis 40

  1. Die Bauern hatten fünf Ochsen und neun Kühe und zwölf Schäfchen vor
    das Dorf gebracht, die wollten sie verkaufen.
    De Buhren hadden fief Ossen un niggen Käue un twelf Schööperken vörr
    dat Dorp gebracht, dee wollten se verkäupen.
  2. Die Leute sind heute alle draußen auf dem Felde und mähen.
    De Lüde sinn dünndach olle druten upp demm Felle un meijen.
  3. Geh nur, der braune Hund tut Dir nichts.
    Goo nur, de bruhne Hund deut die nix.
  4. Ich bin mit den Leuten da hinten über die Wiese ins Korn gefahren.
    Ick sie mit denn Lüden do hingene öbber de Wisse int Kooren gefahren.